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06.12.2011

Fachtag zum Thema Verhaltensvielfalt in der Schule am Mittwoch, 08. Februar 2012

Am 8.Februar 2012 veranstaltet das Staatliche Schulamt Böblingen den 2. Fachtag zum Thema VERHALTENSVIELFALT IN DER SCHULE. Als Referenten für diese ganztägige Veranstaltung konnten Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth und Dr. Reinhard Winter gewonnen werden.

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth

hat Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft in Münster und Rom studiert und in Philosophie promoviert. Anschließend hat er Biologie in Münster und Berkeley (Kalifornien) studiert und in Zoologie promoviert. Seit 1976 ist er Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen und seit 2003 Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Sein zuletzt erschienenes Buch "Bildung braucht Persönlichkeit - wie Lernen gelingt" hat in der Öffentlichkeit nachhaltige Resonanz erfahren.

Dr. Reinhard Winter

  ist in der Leitung des Sozialwissenschaftlichen Instituts Tübingen. Er arbeitet mit Jungen in Schule und Jugendhilfe sowie mit Eltern und mit Menschen, die mit Jungen arbeiten, in Form von Weiterbildungen oder in der Organisationsberatung (Schulen, Jugendhilfeträger).

PROGRAMM

9.00 Uhr        Offener Beginn

                        Ankommen bei Kaffee und Brezel

9.30 Uhr        Begrüßung und Einführung

                        Angela Huber und

                        Bürgermeister Wolfgang Faißt

9.45 Uhr        "Jungen brauchen Autorität "

                        Dr. Reinhard Winter

                        Seit einigen Jahren wird zunehmend augenscheinlich, dass Erziehung ohne Autorität nicht gelingt. Dies gilt insbesondere für Jungen, die ohne den Halt der Autorität Kulturen der Unruhe, Abwertung und Aggressivität entfalten. Jungen brauchen Autorität: in Person ihrer Väter und Mütter, in Person ihrer Lehrerin und ihrer Lehrer.

Diese Autorität ist aber nicht autoritär, nicht diktatorisch, sondern autoritativ: Gute Autorität entsteht in Beziehung, durch Präsenz, Unterstützung, Geduld und Beharrlichkeit. Sie ermöglicht Jungen Lernen, sorgt für gutes Lernklima, für Orientierung und Sicherheit. Im Vortrag werden diese Aspekte von Autorität entwickelt und es wird erklärt, wie Erziehende Jungen Autorität anbieten, wie sie Autorität "tun" können.

10.45 Uhr      Pause 

                       

11.00 Uhr      "Bildung braucht Persönlichkeit"

Wie ein guter Unterricht aussehen könnte. Teil 1

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth

Lernen im schulischen Sinne beruht, neurobiologisch gesehen, auf der erfahrungsgeleiteten Umstrukturierung von Neuronennetzen im Wissensgedächtnis, das in unserer Großhirnrinde lokalisiert ist. Der Erfolg dieses Vorgangs wird bestimmt durch kognitive, emotionale und motivationale Rahmenbedingungen, die überwiegend unbewusst oder intuitiv-vorbewusst ablaufen. Hierzu gehören erstens die Selbstmotiviertheit und Glaubhaftigkeit des Lehrenden und seine Fähigkeit, die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Fähigkeiten der Schüler zu erkennen. Zweitens gehört hierzu die allgemeine Lernbereitschaft, Motivation und Aufmerksamkeit der Lernenden, drittens das anschlussfähige Vorwissen, das systematisch überprüft werden muss und viertens die spezielle "hirngerechte" Art der Wissensvermittlung einschließlich der aktiven Aneignung von Wissensinhalten. Hinsichtlich des Stoffumfangs gilt "weniger ist mehr!" Schließlich ist eine Wiederholung des Gelernten in zunehmenden zeitlichen Abständen wichtig. Diese Faktoren entscheiden zusammen darüber, wie nachhaltig Wissensinhalte im Langzeitgedächtnis verankert und wie leicht sie wieder von dort abgerufen werden können.

12.00 Uhr      Mittagspause

14.00 Uhr     "Bildung braucht Persönlichkeit"

Wie ein guter Unterricht aussehen könnte. Teil  2

                        Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth

15.00 Uhr      "Jungen und Schule"

Dr. Reinhard Winter

                        Dass Jungen in der Schule oft Probleme haben und auch welche machen,  ist mittlerweile bekannt.

Jungen gelten als Sorgenkinder der Bildung. Aber warum ist das so? Wie hängt das Jungensein mit Stress, den Jungen machen, zusammen? Warum interessiert Leistung so viele Jungen wegen ihres Jungenseins gar nicht so?

Der Vortrag erklärt, warum Jungen "Jungen" sind und woher ihr "Männliches" kommt. Vor diesem Hintergrund werden Jungen in der Schule betrachtet, z.B. mit ihrem Stress, der von anderen Jungen und von Mädchen kommt, mit ihren Leistungsthemen und mit Vorschlägen, die Schule für Jungen besser macht.

15.45 Uhr      Abschluss und Ausblick

16.00 Uhr      Tagungsende

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